Am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wird Deutschdidaktik als fach- und bildungswissenschaftlich verortete Forschungsdisziplin mit intra-, trans- und interdisziplinärer Vernetzung und empirischer Ausrichtung verstanden.

Deutschdidaktik ist in diesem Sinne die theoriegeleitete und empirisch fundierte Wissenschaft fachspezifischer Bildung im Fach Deutsch. Wesentliche Aufgabenfelder bestehen in der konzeptionellen Erfassung, theoretischen Fundierung und empirischen Erforschung von Lehr-Lern-Prozessen im Fach Deutsch innerhalb und außerhalb der Schule unter Berücksichtigung literatur-, sprach- und medienwissenschaftlicher Forschungen sowie bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse (Pädagogik, Philosophie, Psychologie, Soziologie; Geschichte, Kunst, Musik etc.). Dies schließt die fachbezogene Auswahl und Begründung von Inhalten und Methoden des Deutschunterrichts, die für die Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Schularten und Jahrgangsstufen relevant sind, ebenso mit ein wie die Entwicklung sach- und adressatengerechter Lehr-Lern-Arrangements sowie ihre Evaluation mit dem Ziel der Optimierung.

Darüber hinaus sehen wir die Deutschdidaktik - wie jede andere Fachdidaktik auch - in der Pflicht, praxistaugliche Konzeptionen fachspezifischen unterrichtlichen Handelns zu entwickeln, theoretisch zu begründen, empirisch zu erforschen und anschaulich zu vermitteln. Als zentrale Säule der Lehreraus- und -weiterbildung vermittelt Deutschdidaktik Grundlagen- und Spezialwissen über fachbezogene Lehr-Lern-Prozesse, trägt zur Entwicklung von Diagnosefähigkeit in Bezug auf fachspezifische Kompetenzen und Leistungsstände der Lernenden bei und zeigt Fördermöglichkeiten für unterschiedliche Begabungstypen auf.

Überdies ist es die Aufgabe der Deutschdidaktik, Konzeptionen zu entwickeln und empirisch zu überprüfen, auf deren Grundlage Schüler(innen) im Deutschunterricht - ausgehend von fachlichen Fragen und in Auseinandersetzung mit diesen - Unterstützung bei der Entwicklung eines tragfähigen Selbst- und Weltverständnisses und verantwortungsbewusster Handlungsdispositionen erfahren können. In diesem Sinne zielt Deutschdidaktik nicht nur auf fachspezifische Kompetenzen (Lesekompetenz, literarische Verstehenskompetenz, Textverstehenskompetenz, Rechtschreibkompetenz, Argumentationskompetenz etc.), sondern immer auch auf Bildungsprozesse der Lernenden. Deutschdidaktik hat mit anderen Worten sprachliche, literarische, mediale und ästhetische Bildung in fachlicher Hinsicht zum Ziel.

 

Zu den einzelnen Forschungsprojekten: